Was ist Gaslighting?

Das Wort Gaslighting stammt von dem amerikanischen Spielfilm Gaslight aus dem Jahre 1944 (auf deutsch. Das Haus der Lady Alquist). Der Film handelt von einer Frau, deren Ehemann versucht sie systematisch in den Wahnsinn zu treiben. Um das zu erreichen manipuliert er unter anderem das Gaslicht in ihrem Haus und erzeugt unheimliche Geräusche. Die Protagonistin im Film verliert mehr und mehr den Verstand, während der Ehemann von den Veränderungen im Haus angeblich nichts merkt. Schließlich stellt sich im Film heraus dass der Ehemann diese Tricks anwendet, um an Juwelen heran zu kommen, die in dem Haus versteckt sind. Indem er seine Frau in den Wahnsinn treibt hat er Zeit um nach den Juwelen zu suchen.

Szene aus dem Film Gaslight
Szene aus dem Film Gaslight.

Ähnlich wie in dem Film geht es vielen Menschen weltweit. Unbekannte dringen in ihrer Abwesenheit in ihr Haus oder in ihre Wohnung ein, manipulieren Gegenstände, verändern die Wohnungseinrichtung, sabotieren die Arbeit der Betroffenen oder manipulieren deren Computer. Manche Betroffenen berichten von zerkratzten Möbeln oder zerschnittenen Kleidern. Oft werden persönliche Dinge gestolen, meist handelt es sich um Gegenstände die einen persönlichen Wert für die Betroffenen haben. Die Betroffenen glauben sich vor allem am Anfang dieser Aktionen oft vom Wahnsinn bedroht, wähnen diese Schikanen als ihre eigene Einbildung. Sie glauben vergessen zu haben dass Einrichtungsgegenstände beim letzten Mal noch anders standen, dass Dokumente oder andere Dinge durch ihre eigene Schuld verloren gingen oder dass sie von ihrer Erinnerung getäuscht werden.

verbogenes Drehrad an der Uhr
Der Drehregler der Uhr wurde verbogen.

Nach und nach verstehen die Betroffenen dass mit ihnen ein übles Spiel gespielt wird. Meist stehen solche Aktionen im Zusammenhang mit anderen Programmen wie Gangstalking, elektromagnetische Folter oder Mindcontrol. Oft werden Menschen für diese Programme ausgesucht die alleine leben und einen kleinen Freundeskreis haben. Solche Menschen sind leichter zu isolieren. Dadurch werden potentielle Zeugen ausgeschlossen. Je weniger Freunde eine Zielperson hat umso leichtere Beute ist sie für die Täter. Umso leichter fällt es ihnen sie langsam aber sicher psychisch und meist auch physisch an den Rand des Erträglichen zu treiben.

Nudeln im Schuh
Hier wurden in Abwesenheit Nudeln in den Schuh gestreut.

Die Absicht solcher Aktionen ist die Betroffenen zu verwirren, sie einzuschüchtern und zu zutiefst zu verunsichern. Gerade am Anfang der Aktionen gelingt das meist ziemlich gut. Dazu kommt dass die Betroffenen quasi entwurzelt werden. Die Wohnung oder das Haus eines Menschen stellt in gewissem Maß seine Höhle dar. Er findet Schutz und Zuflucht in seinen vier Wänden. Die eigenen Räume bieten Intimsphäre, wonach Menschen ebenso wie Tiere ein tiefes Bedürfnis haben. Dringen nun Fremde regelmäßig in die eigenen Räume ein und hinterlassen Spuren, so stellt das einen groben Verlust jeglichen Gefühls von Geborgenheit dar. Der Mensch fühlt sich nicht mehr zuhause, fühlt sich fremd und gehetzt in seiner eigenen Wohnung. Der einstige Schutzraum wird fremd und unheimlich.

verdrehtes Schloss am Fahrrad
Hier wurde der Ständer des Fahrrads abgebrochen, um damit das Schloß zu verdrehen.


Methoden der Stasi

Zersetzung

Bereits der Geheimdienst der DDR benutzte Zersetzungsmaßnahmen um politische Gegner und unbequeme Bürger einzuschüchtern. Diese Maßnahmen werden auch heute noch gerne verwendet. In einem Wikipedia-Artikel heißt es u.a.:

"Das MfS setzte die Zersetzung vor allem als psychologisches Unterdrückungs- und Verfolgungsinstrument ein. Es nutzte die an der Juristischen Hochschule der Staatssicherheit (JHS) gewonnenen Erkenntnisse der „Operativen Psychologie“ gezielt, um das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der Opfer zu untergraben. Diese sollten verwirrt oder verängstigt, permanenten Enttäuschungen ausgesetzt und durch Störung der Beziehungen zu anderen Menschen sozial entwurzelt werden. Auf diese Weise sollten Lebenskrisen hervorgerufen werden, die politische Gegner verunsichern und psychisch belasten sollten, sodass dem Opfer die Zeit und Energie für staatsfeindliche Aktivitäten genommen wurde. Das MfS als Drahtzieher der Maßnahmen sollte hierbei nicht erkennbar sein. Der selbst betroffene Schriftsteller Jürgen Fuchs sprach deshalb auch von „psychosozialen Verbrechen“ und einem „Angriff auf die Seele des Menschen“.

Wenngleich sich bereits für die späten 1950er Jahre Methoden der Zersetzung nachweisen lassen, wurde die Zersetzung als Methode erst Mitte der 1970er Jahre „wissenschaftlich“ definiert und vornehmlich in den 1970er und 1980er Jahren systematisch angewendet. Die Zahl der betroffenen Personen kann nur schwer ermittelt werden, da die Quellenlage wegen bewusster Verschleierung oft lückenhaft ist, die angewendeten Methoden jedoch vielfältig und die beteiligten Abteilungen zahlreich waren. Insgesamt dürften eine vier- bis fünfstellige Zahl an Personen in Gruppen sowie eine dreistellige Zahl an Einzelpersonen mit Zersetzungsmaßnahmen belegt worden sein. Andere Quellen gehen von etwa 5000 von der Zersetzung betroffenen und „nachhaltig geschädigten“ Personen aus. An der Juristischen Hochschule wurde eine zweistellige Zahl an Dissertationen zu Themen der Zersetzung vorgelegt. Zudem existiert ein etwa 50 Seiten umfassendes „Lehrmaterial“ zur Zersetzung mit zahlreichen praktischen Beispielen."


Eine Hose wurde in Abwesenheit an den Türschlüssel gehängt
Eine kurze Hose wurde in Abwesenheit an den Türschlüssel gehängt.

Aber auch westliche Geheimdienste wussten das Instrument der Zersetzung einzusetzen. Der Verfassungsschutz schüchterte politische Aktivisten aus dem kommunistischen Spektrum bereits in den 1970er Jahren ein, was dazu führte dass manche sich von der Politik abwandten. Die Geheimdienstler verfolgten die Aktivisten offen, drangen in deren Wohnungen ein oder belästigten sie auf andere Weise. Der Autor Günter Wallraff beschreibt in seinem Buch "Akteneinsicht" deutlich wie er von deutschen Behörden jahrelang eingeschüchtert und bearbeitet wurde.

In den USA wurde das Geheimprogramm COINTELPRO bekannt, in dem das FBI enormen Druck auf Teile der Bürgerrechtsbewegung wie die Black Panther ausübte. Die Druckmittel reichten von Überwachung, Denunziation, Psychoterror bis hin zu Mord.

geöffneter Brief
Ein Brief kommt geöffnet an.

Knoten im Schnürsenkel
Hier wurde in Abwesenheit ein Knoten in den Schnürsenkel gemacht.

Ein Kabel wurde in Abwesenheit über den Spiegel gelegt
Ein Kabel wurde in Abwesenheit über den Spiegel gelegt

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